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Was dem Feuerraum zusetzt
Bei der inneren Prüfung eines Kessels sehen Fachleute die Heizflächen und Rohrwände auf Korrosion, Erosion und Materialermüdung durch, auch rund um die Brenneröffnungen.
Materialermüdung entsteht durch wiederkehrende Lastwechsel, auch unterhalb der Belastung, die ein Bauteil einmalig aushält. Mikrorisse wachsen zunächst unbemerkt, bevorzugt an Kerben, Querschnittsübergängen und Schweißnähten, und werden erst spät sichtbar. Die Drohne erfasst Oberflächenrisse, sobald sie im Foto zu sehen sind. Innere Risse finden nur Ultraschall oder andere zerstörungsfreie Verfahren am Bauteil. Aufnahmen derselben Stelle in jeder Revision zeigen, ob sich etwas verändert.
Wie stark Korrosion angreift, hängt vom Brennstoff ab. Bei schwierigen Brennstoffen wie Abfall oder Biomasse können die Heizflächen von Verdampfer und Überhitzer betroffen sein, ebenso das kalte Ende des Kessels. Korrosion und Erosion tragen an Membranwänden und Rohren Material ab.
Die Aufnahmen aus diesem Feuerraum zeigen die Brenner in der Rohrwand des Dampfkessels und die Rohre, die um die Brenneröffnungen herumgeführt sind. Was eine Stelle bedeutet, bewerten Betreiber und Fachleute.
Belege: 5
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Wer zuständig ist und was vor dem Einstieg gilt
Dampfkesselanlagen sind überwachungsbedürftige Anlagen. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt, dass sie wiederkehrend auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Den Prüfumfang für Druckanlagen nennt Anhang 2 Abschnitt 4, Dampfkessel prüft die zugelassene Überwachungsstelle.
Ein Feuerraum ist ein enger Raum im Sinne der Regel der Unfallversicherung für Behälter und enge Räume, wenn dort besondere Gefährdungen bestehen oder entstehen können. Die Regel nennt dafür unter anderem aufgeheizte Behälterteile und Einbauten, große Höhen und Hilfsmittel wie Gerüste. Vor dem Einstieg stehen Erlaubnisschein, Aufsicht, Sicherungsposten und Gefährdungsbeurteilung. Die Regel empfiehlt außerdem zu prüfen, ob sich das Arbeiten im Raum vermeiden lässt, etwa durch Inspektionen mittels Kameratechnik.
Konkreter wird die DGUV Regel 103-009 für Wärmekraftwerke, auf die die BG ETEM verweist. Sie zählt Feuerräume zu den Anlagenteilen mit typischer Absturzgefahr beim Befahren. Bei der Erstbefahrung eines Kessels rechnet sie mit herabfallenden Anbackungen und heißen Ablagerungen, deshalb befährt der Anlagenverantwortliche zuerst mit Schutzausrüstung und gibt die Brennkammer per Freigabeschein frei. Einen ersten Überblick kann der Drohnenflug vorher liefern. Das ist unsere Folgerung, die Regel nennt keine Drohne, und Freigabe und Erstbefahrung bleiben. Wie Betreiber den ersten Blick in den Kessel ohne Befahrung bekommen, zeigt Befahren vermeiden; was Betriebssicherheitsverordnung, Behälterregel und Kraftwerksregel jeweils regeln, fasst Regelwerk Inspektion zusammen.
Der Inspektionsbericht ist keine Prüfung und keine Prüfbescheinigung. Er liefert Bild, Wärmebild und Aufnahmeposition, mit denen Betreiber und Prüfer ihre Prüfung vorbereiten.
Belege: 1, 2, 3, 4, 9
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Wie der Feuerraum klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Die innere Prüfung erfolgt nach Abkühlung und Entleerung des Kessels. Fachleute sehen sich die Innenwände an und setzen bei Bedarf zerstörungsfreie Prüfverfahren ein. Für Brenner und obere Wände wird dafür ein Gerüst im Feuerraum gestellt, mit Arbeit in der Höhe und eigenen Sicherheitsmaßnahmen.
Die Drohne nimmt den Feuerraum ohne Gerüst und ohne Einstieg auf: Foto, Wärmebild und Aufnahmeposition jedes Fotopunkts, dazu die Punktwolke. Die Aufnahme dauert Stunden statt Tage oder Wochen. Ein Fallbericht des Drohnenherstellers beschreibt dasselbe für Kraftwerkskessel. Auch in der Branche ist das Thema: Auf der vgbe-Konferenz „Instandhaltung in Kraftwerken“ 2025 zeigte ein Vortrag, wie Innenraumdrohnen die Wanddicke von Kesselwänden messen und im Vergleich mit früheren Messungen Veränderungen sichtbar machen. Die Wanddicke messen wir nicht; unser Bericht zeigt, an welchen Stellen sich diese Messung lohnt. So lässt sich eine Revision optimal nutzen: Neben dem Feuerraum können im selben Stillstand weitere Anlagen aufgenommen werden.
Freimessen für Personen entfällt, weil für die Aufnahme niemand einsteigt. Die Elios 3 ist nicht ATEX-zertifiziert: Im Ex-Bereich klärt der Betreiber vorab, ob die Drohne fliegen darf.
Belege: 6, 7, 8, 10
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Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme den Stillstand stützt
Wo Membranwände und Rohre durch Korrosion und Erosion Material verloren haben, setzen Fachfirmen sie vor Ort instand, etwa durch Auftragschweißen. Wie und womit, entscheiden Betreiber und Fachfirma nach der Prüfung am Bauteil.
Zeigt die Aufnahme, dass keine Reparatur nötig ist, entfällt das Gerüst ganz. Ist eine nötig, weiß die Instandhaltung, wo sie ansetzen muss, und stellt das Gerüst nur dort. Der Fachfirma für die Wände zeigen die Aufnahmen vorab, an welchen Wandflächen und Brenneröffnungen sich eine Dickenmessung lohnt, und dem Gerüstbauer, wo er stellt (Drohneninspektion für Industriedienstleister). Das hält den Stillstand kurz. Spätere Aufnahmen machen Veränderungen an Brennern und Wänden vergleichbar.
Belege: 6