Viele Inspektionsberichte nennen zu jedem Foto eine Position. Gemeint ist fast immer die Aufnahmeposition: wo die Drohne beim Auslösen war und in welche Richtung die Kamera schaute. Das hilft, das Foto einzuordnen. Bei einem Flug 0,2 bis 0,9 Meter vor einer Silowand liegt die Drohne nah am Befund. Bei einem Foto quer durch einen Kanal kann die Stelle Meter entfernt sein.
Die Lage am Bauteil entsteht in unserer Auswertung anders. Der Befund wird auf dem Foto markiert. Aus dem markierten Bildpunkt und der Kamerapose rechnen wir einen Strahl, der die Punktwolke oder einen eingemessenen Bezugskörper trifft. Beim Silo und beim Reaktor ist das ein Gitter aus Zylinder und Konus. Daraus folgen Höhe und Winkel am Umfang. Im Kanal ordnet ein Ebenen-Register jede Marke einer Ebene zu.
Wo eine Anlage keine Marke auf dem Foto oder keine passende Punktwolke hat, steht im Bericht, was vorliegt: Foto, Aufnahmeposition, Befundtext. So wissen Sie bei jedem Befund, worauf sich seine Lage stützt.
Dass der Ort eines Befunds zählt, zeigt der Blick in den Schiffbau. Dort verlangen die gemeinsamen Anforderungen der Klassifikationsgesellschaften (IACS UR Z17) von Firmen, die mit Fernprüftechnik besichtigen, Verfahren für die vollständige Abdeckung und für die Ortszuordnung gespeicherter Daten (Quelle). Die Leitlinien des American Bureau of Shipping (ABS) empfehlen, zu jeder Aufnahme die Bauteilkennung zu erfassen, damit Befunde später nachverfolgt werden können (Quelle). Für Anlagen an Land gelten diese Regeln nicht, und eine Ortszuordnung heißt dort nicht zwingend Punktwolke.