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Was Rohren, Trägern und Halterungen zusetzt
Eine Rohrbrücke steht im Freien. Wechsel von Wärme und Kälte, Schwingungen, Sonne und Witterung beanspruchen Rohre, Träger und Halterungen, je nach Standort kommt aggressive Industrieluft hinzu. Wo die Beschichtung beschädigt ist, rosten sie. Typische Schadensbilder sind außerdem Anfahrschäden an Stützen und Rohren, Verformungen, Spuren an Flanschen und Kompensatoren und Risse an den Fundamentsockeln.
Besonders anfällig sind die Auflager. Wo ein Rohr auf einem Träger oder in einer Schelle liegt, entsteht ein Spalt, in dem Wasser stehen bleibt. Die Beschichtung weicht auf, die Korrosion unterwandert sie und frisst sich im Spalt weiter. Ein Fachbeitrag nennt Korrosion an Rohrauflagern eine der führenden Ursachen für das Versagen von Prozessrohrleitungen.
Bei isolierten Leitungen hält der Mantel das Wasser fern. Ist er beschädigt, dringt Wasser ein und bleibt. Darunter kann die Leitung korrodieren, ohne dass man es von außen sieht. Schäden am Mantel entstehen oft, weil jemand auf die Leitung steigt.
Belege: 4, 5
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Wer zuständig ist
Für Brücken, die nicht dem öffentlichen Verkehr dienen, empfehlen die Bauministerien die Überprüfung der Standsicherheit nach DIN 1076. Das ist eine Empfehlung, keine Pflicht.
Rohrleitungen, die als Druckanlage gelten, prüft je nach Medium, Druck und Nennweite eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle. Für die äußere Prüfung der Rohrleitungen, die eine zugelassene Überwachungsstelle wiederkehrend prüft, gilt eine Höchstfrist von fünf Jahren. Bei der äußeren Prüfung sieht der Prüfer unter anderem nach dem Korrosionsschutz und nach dem Zustand der Befestigungen, also der Halterungen und Auflager.
An Rohren und Halterungen einer Rohrbrücke wird in der Höhe gearbeitet. Die DGUV Information 209-015 „Instandhaltung an Maschinen und Anlagen“ verlangt, vor Instandhaltungsarbeiten in der Gefährdungsbeurteilung zu klären, ob besondere Zugänge wie Arbeitsbühnen oder Gerüste nötig sind und ob Absturzgefahr besteht. Die DGUV schreibt zum Thema Absturz, dass sich mit Drohnen riskante Arbeitseinsätze vermeiden lassen. Was das für die Inspektion in der Höhe heißt, steht unter Befahren vermeiden; welche Schriften dazu gehören, zeigt Regelwerk Inspektion.
Der Inspektionsbericht ist keine Prüfung. Er liefert Foto und Lage für die Prüfung. Die Bewertung bleibt beim Betreiber und bei der prüfenden Stelle.
Belege: 1, 2, 3, 8, 9
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Wie die Rohrbrücke klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Unterseiten und Auflager sieht vom Boden kaum jemand aus der Nähe. Klassisch kommt man mit Hubsteiger oder Gerüst hin, oft über Werksstraßen oder Gleisen. Auch dann sind Auflager schwer einzusehen. Der Fachbeitrag sortiert die Auflager deshalb zuerst nach Augenschein: Rost und Korrosionsschichten am Rand des Spalts zeigen, wo eine Ultraschallprüfung lohnt.
Die Drohne fliegt unter und über der Brücke entlang, ohne Hubsteiger und ohne Gerüst, und die Aufnahme dauert Stunden statt Tage oder Wochen. Zu jeder Markierung gehört das Foto, ihre Lage in der Punktwolke ergibt sich aus dem markierten Bildpunkt und der Kamerapose. Das ist die Vorauswahl für die Prüfung am Bauteil: erst die Drohne über die ganze Brücke, dann Ultraschall oder eine Prüfung aus der Nähe nur dort, wo die Aufnahmen etwas zeigen.
Eine Pilotstudie der Bundesanstalt für Straßenwesen nennt Drohnen eine sinnvolle Ergänzung vieler Prüfaufgaben an Bauwerken. Die Wanddicke, den Spalt unter der Schelle, den Zustand unter der Isolierung und den Festsitz einer Schraube erfasst die Kamera nicht.
Belege: 5, 7
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Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme die Planung stützt
Statt den ganzen Korrosionsschutz zu erneuern, kann es sinnvoll sein, ihn auszubessern oder teilweise zu erneuern, etwa wegen einer Betriebsunterbrechung oder der Restnutzungsdauer. Vorher wird der vorhandene Schutz gründlich geprüft und bewertet. Für die Arbeit selbst ist eine geeignete Einrüstung die Grundvoraussetzung.
An den Auflagern zielt die Abhilfe auf das Wasser im Spalt: den Spalt am Rohr klein halten und das Rohr so lagern, dass sich kein Wasser sammelt. Beschädigte Isolierungen und Mäntel werden repariert. Eine Arbeit, für die die Isolierung abgenommen wurde, ist erst fertig, wenn sie wieder angebracht ist.
Wer vorher weiß, an welchem Rohr, Träger oder welcher Halterung die Stellen liegen, stellt Hubsteiger oder Gerüst nur dort auf. Für Korrosionsschutz-, Isolier- und Gerüstbaufirmen heißt das: Der Arbeitsumfang ist vor dem ersten Gerüst bekannt, und das Gerüst steht dort, wo es gebraucht wird. Wie Industriedienstleister den Bericht für ihre Planung nutzen, steht unter Drohneninspektion für Industriedienstleister. Spätere Aufnahmen derselben Brücke machen Veränderungen vergleichbar.
Belege: 4, 5, 6