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Was der Silowand zusetzt
Beim Befüllen und Entleeren drückt das Schüttgut ungleichmäßig gegen die Wand, besonders wenn der Auslauf außermittig sitzt. Die Wand wird dann nicht nur auf Zug, sondern auch auf Biegung beansprucht. In der Fachliteratur werden senkrechte Risse in Silowänden deshalb mit der Ringzugbeanspruchung in Verbindung gebracht.
Die größten Biegezugspannungen liegen oft an der Innenseite der Wand, also genau dort, wo Risse von außen nicht zu sehen sind. Deshalb fliegt die Drohne innen. Dazu kommen die üblichen Rissursachen von Beton wie Schwinden, Zwang und Lasten und nach Jahren die Korrosion der Bewehrung. Von der Oberfläche aus zeigt sie sich an Rostfahnen, an Rissen, die den Stäben folgen, an Ausblühungen und an Abplatzungen.
Welche Ursache die Risse in diesem Silo haben, sagt der Bericht nicht. Ursache und Bedeutung eines Risses beurteilt der sachkundige Planer.
Belege: 1, 2
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Wer zuständig ist und was vor dem Einstieg gilt
Für Silos der Baustoffindustrie empfiehlt die BG RCI drei Stufen: eine jährliche Begehung durch den Betreiber, alle 3 bis 4 Jahre eine Sichtkontrolle durch eine fachkundige Person und alle 10 Jahre eine eingehende, handnahe Überprüfung. Vor einer Instandsetzung erfasst ein sachkundiger Planer den Ist-Zustand; vorhandene Berichte über den Zustand gehören dazu.
Wer in das Silo einsteigt, arbeitet nach der DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“. Das Silo wird vorher entleert und gereinigt, Füllen und Austrag werden abgestellt und gesichert. Es braucht einen Erlaubnisschein, einen Aufsichtführenden und einen Sicherungsposten. Vorher empfiehlt die Regel zu prüfen, ob sich die Arbeit im Silo ganz vermeiden lässt, und nennt als Beispiel Inspektionen mit Kameratechnik. Für die Rissaufnahme steigt deshalb niemand ein, mehr dazu unter Befahren vermeiden. Welche Schriften von DGUV und Berufsgenossenschaften für Silos gelten, ordnet die Seite Regelwerk Inspektion ein.
Der Rissbericht ist keine Überprüfung und kein Gutachten. Er liefert Lage und Bild für diese Schritte.
Belege: 3, 7, 8
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Wie die Silowand klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Zu einer Rissaufnahme gehören nach der Technischen Regel Instandhaltung des DIBt Rissart, Verlauf, Breite, Breitenänderung, Feuchtezustand und frühere Maßnahmen. Der Verlauf wird zeichnerisch dargestellt. An die Innenwand kommt klassisch eine Person, etwa im Seilzugang.
Verlauf und Lage sind Sichtmerkmale. Genau die liefert die Abwicklung: jeden Riss mit Höhe, Winkel am Umfang und Länge, über die ganze Wand. Die Aufnahme dauert Stunden statt Tage oder Wochen, ohne Kletterer im Seilzugang. Die Rissbreite dagegen wird am Bauteil gemessen, mit Rissbreitenmaßstab oder Lupe, Bewegungen mit Gipsmarken oder Wegaufnehmern, jeweils mit Datum.
Pilotstudien der Bundesanstalt für Straßenwesen kommen zum selben Ergebnis: Drohnenaufnahmen ergänzen die Prüfung am Bauteil sinnvoll, eine exakte Rissbreite liefern sie nicht.
Die Arbeit teilt sich deshalb: Die Drohne liefert zuerst das Rissbild der ganzen Wand mit Foto und Lage. Am Bauteil prüft die Fachfirma danach nur dort, wo die Abwicklung es nahelegt, etwa durch Abklopfen auf Hohlstellen, Bohrkerne, die Bestimmung von Karbonatisierungstiefe und Chloridgehalt oder die Messung der Betondeckung. Mit der Abwicklung weiß der Planer, wo er messen muss.
Belege: 2, 3, 5, 6, 9
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Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme die Planung stützt
Der Planer klärt, ob ein Riss ruht oder sich bewegt und ob er das Tragverhalten betrifft. Davon hängt die Instandsetzung ab. Risse werden getränkt oder verpresst, mit Epoxid- oder Polyurethanharz oder mit Zementsuspension, oder rissüberbrückend beschichtet. Kraftschlüssig gefüllt wird das Bauteil steifer, aber nicht tragfähiger; kehrt die Ursache wieder, reißt der Beton daneben neu.
Fehlt der Wand Tragfähigkeit, wird verstärkt, zum Beispiel mit einem Spritzbetonmantel oder mit Spanngliedern außen. In Siloreihen wurde dabei Zelle für Zelle gearbeitet, während die übrigen in Betrieb blieben.
Ausgeführt wird die Instandsetzung von Fachfirmen für Betoninstandsetzung, etwa im Rahmen einer Revision, die ein Industriedienstleister für den Betreiber plant. Mit der Abwicklung grenzen sie Bereiche, Material und Zugang vorab ein, und Gerüst oder Seilzugang kommen nur dort hin, wo tatsächlich gearbeitet wird. Wie der Inspektionsbericht in diese Planung passt, steht unter Drohneninspektion für Industriedienstleister.
Wer dieselben Risse später wieder aufnimmt, sieht, ob sie gewachsen sind. Die Technische Regel schätzt die Restnutzungsdauer aus dem Zustand zu mehreren Zeitpunkten. Weil jeder Riss im Bericht eine feste Höhe und einen festen Winkel hat, lässt er sich bei der nächsten Inspektion an derselben Stelle wiederfinden. Mehr dazu unter Wiederholungsinspektion.
Belege: 2, 3, 4