01
Was dem Absorber zusetzt
Im Absorber trifft das Rauchgas auf eine Suspension aus Kalkstein und Wasser. Dabei wird das Schwefeldioxid gebunden, und es entsteht Gips.
Die Umgebung ist sauer und enthält Chloride und Fluoride. Deshalb sind Absorber gummiert oder mit Speziallegierungen ausgekleidet. Am stärksten greift die Korrosion unter Belägen an, denn dort reichern sich die Chloride an. Besonders belastet ist der Eintrittsbereich, wo das Rauchgas zum ersten Mal auf die Waschflüssigkeit trifft.
Die Suspension schleift an Sprührohren und Einbauten, Düsen verstopfen. Gummierungen altern: Feuchte dringt ein, es bilden sich Blasen, die Haftung lässt nach.
Belege: 3, 6, 8, 9, 12, 16
02
Wer zuständig ist und was vor dem Einstieg gilt
Der Betreiber muss die Emissionsgrenzwerte einhalten. Fällt die Abgasreinigung aus, muss er sie unverzüglich wiederherstellen. Gelingt das nicht rasch, muss er den Betrieb einschränken oder die Anlage abschalten.
Ein Absorber ist ein Behälter im Sinne der Regel der Unfallversicherung für Behälter und enge Räume. Vor jedem Einstieg stehen Gefährdungsbeurteilung, Erlaubnisschein, Freimessen und ein Sicherungsposten. Die Regel empfiehlt außerdem zu prüfen, ob sich das Arbeiten im Behälter vermeiden lässt.
Die DGUV Regel 103-009 für Wärmekraftwerke, aus dem DGUV-Fachbereich Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, nennt Rauchgaswäscher ausdrücklich: Beim Befahren droht dort Absturz, und Anbackungen können herabfallen. Die Schutzmaßnahmen gelten schon für eine erste Befahrung, die nur die Verhältnisse feststellen soll. Diesen ersten Überblick kann ein Drohnenflug liefern, siehe Befahren vermeiden. Die Regel nennt keine Drohne, das ist unsere Schlussfolgerung; Freigabe und Befahrung für die späteren Arbeiten bleiben beim Betreiber. Beide Regeln stehen mit weiteren Schriften unter Regelwerk Inspektion.
Gummierungen und Kunststoffeinbauten sind eine Brandlast. Brände in Absorbern entstanden vor allem bei Schweißarbeiten in Montage und Revision, deshalb brauchen Heißarbeiten eine schriftliche Freigabe.
Belagkorrosion und Abnutzung der Gummierung sind typischerweise Sache der Instandhaltung: Die unverbindlichen GDV-Musterbedingungen für die Maschinenversicherung nehmen Schäden durch Abnutzung, korrosive Angriffe und übermäßige Ablagerungen grundsätzlich aus, mit Rückausnahmen im einzelnen Vertrag. Wie ein dokumentierter Zustand in die Abstimmung mit dem Versicherer passt, steht unter Inspektionsbericht Versicherung.
Der Inspektionsbericht ist kein Erlaubnisschein und keine Prüfung. Er liefert Bild und Geometrie für diese Schritte.
Belege: 1, 2, 4, 5, 18, 19
03
Wie der Absorber klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Klassisch steigen Fachleute im Stillstand ein, für die oberen Ebenen wird ein Gerüst gestellt. Was sich zeigt, ist nach Verfahren getrennt:
- Beläge, verstopfte oder fehlende Düsen, Schäden an Sprührohren: Sichtprüfung, Sichtkontakt genügt.
- Blasen, Ablösungen und Risse der Gummierung: erkennen per Sicht, bewerten durch den Gummierer.
- Poren in der Gummierung: Hochspannungsprüfung, die Elektrode wird über die Fläche geführt.
- Härte der Gummierung: Messgerät am Bauteil.
- Nähte metallischer Auskleidungen: Vakuumkasten oder Farbeindringprüfung.
Die Drohne erfasst den Absorber ohne Gerüst und ohne Einstieg: Bild, Lage jedes Befunds (der Bereich an Wand oder Träger, in dem er sitzt), Punktwolke. Die Aufnahme dauert Stunden statt Tage oder Wochen. Ein Fallbericht des Drohnenherstellers beschreibt dasselbe für die Sprührohre eines Wäschers. Bei Gummierarbeiten kann aus Lösemitteldämpfen ein explosionsfähiges Gemisch entstehen. Weil die Elios 3 nicht ATEX-zertifiziert ist, klärt der Betreiber dann vorab, ob die Drohne fliegen darf. Freimessen für Personen entfällt, weil niemand einsteigt. Prüfungen am Bauteil, Bewertung und Reparaturumfang bleiben bei Betreiber und Fachleuten.
Belege: 4, 6, 7, 10, 11, 13, 14, 15, 17
04
Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme den Stillstand stützt
Schadhafte Gummierung wird ausgebessert und erneut geprüft, über die Lebensdauer oft ganz erneuert. Besonders belastete Bereiche erhalten eine Auskleidung aus Nickellegierung, deren Nähte die kritischen Stellen sind.
Düsen werden gereinigt oder ersetzt, Sprührohre abschnittsweise erneuert. Tropfenabscheider werden im Betrieb gewaschen, starke Beläge im Stillstand entfernt und schadhafte Elemente ersetzt.
Wer zu Beginn des Stillstands weiß, wo Beläge und Schäden an Düsen und Einbauten liegen, kann Reinigung, Fachfirmen und Ersatzteile gezielt einplanen. Die Aufnahmen zeigen, wo Blasen, Ablösungen und Beläge liegen. Dort setzt der Gummierer mit seiner Bewertung an; Hochspannungsprüfung und Härtemessung bleiben Prüfungen am Bauteil. So kann er schon vor der Revision abschätzen, welche Flächen er ausbessert und welches Material er mitbringt, und die Reinigungsfirma weiß, welche Düsen und Einbauten auf sie warten (Drohneninspektion für Industriedienstleister). Eine Aufnahme nach der Revision zeigt, was erledigt ist, spätere Aufnahmen machen Veränderungen vergleichbar.
Belege: 6, 7, 8, 9, 11