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Was geprüft wird und was empfohlen ist
Für Brücken, die nicht dem öffentlichen Verkehr dienen, empfehlen die Bauministerien die Überprüfung der Standsicherheit nach DIN 1076, als Empfehlung, nicht als Pflicht. Rohrleitungen, die als Druckanlage gelten, prüft je nach Medium, Druck und Nennweite eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle; für deren äußere Prüfung gilt eine Höchstfrist von fünf Jahren.
Im angelsächsischen Raum regelt der Piping Inspection Code API 570 des American Petroleum Institute die Inspektion von Rohrleitungssystemen im Betrieb; die Inspektionspraxis für Rohrleitungsbauteile beschreibt die Empfehlung API RP 574. Die Intervalle leitet API 570 aus Korrosionsrate und Restlebensdauer ab, also aus gemessenen Wanddicken. In Deutschland gelten die Betriebssicherheitsverordnung und ihre Technischen Regeln. Unsere Aufnahmen zeigen, wo an Rohr, Halterung und Ummantelung eine Messung ansetzen sollte; die Wanddicke messen sie nicht.
Der Inspektionsbericht liefert Foto und Lage. Er bereitet die Prüfung vor und ersetzt sie nicht. Die äußere Prüfung bleibt bei der befähigten Person oder der Überwachungsstelle, die Bewertung beim Betreiber. Ob unter einer beschädigten Ummantelung Korrosion sitzt, klärt eine Prüfung am geöffneten Bauteil.
Für den Arbeitsschutz an der Brücke ist die Berufsgenossenschaft der Branche zuständig. Im Kraftwerk ist das die BG ETEM, deren Branchenseite für Kraft- und Heizwerke auf die DGUV Regel 103-009 führt. Wo diese und die übrigen Schriften der Seite einzuordnen sind, zeigt unser Regelwerk Inspektion.
Belege: 2, 1, 12, 10
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Hubsteiger und Gerüst
Instandhaltung findet nach der DGUV Information 209-015 häufig an hochgelegenen Arbeitsplätzen statt. Die Gefährdungsbeurteilung klärt vorab, ob Arbeitsbühnen oder Gerüste nötig sind und ob Absturzgefahr besteht; technische Schutzmaßnahmen wie Geländer gehen der persönlichen Schutzausrüstung vor. Die BG BAU stellt eine Rangfolge vor, in der Verfahren ganz ohne Absturzgefahr Vorrang haben, und nennt dafür Kamerasysteme und Drohnen für Inspektionen als Beispiele. Die DGUV schreibt beim Thema Absturz, dass sich mit Drohnen riskante Arbeitseinsätze vermeiden lassen; an der Rohrbrücke ist das vor allem die Arbeit am Hubsteiger über Werksstraße oder Gleis (Befahren und Absturz vermeiden).
Belege: 7, 8, 9
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Was entfällt, wenn niemand in der Höhe arbeitet
Für die Sichtprüfung arbeitet niemand in der Höhe am Hubsteiger oder am Gerüst. Die Prüfung der Leitung und die Bewertung des Tragwerks bleiben. Wir liefern Informationen für die Planung sicherer Arbeiten; die Gefährdungsbeurteilung und die Freigabe von Arbeiten über Werksstraßen und Gleisen bleiben beim Betreiber.
Typische Schäden an Rohrbrücken sind beschädigte Ummantelungen, Anfahrschäden an Stützen und Rohren, Verformungen, Korrosion an Auflagern, Halterungen und Rohrschellen, sichtbare Spuren an Flanschen und Kompensatoren und Risse an Fundamentsockeln. Dahinter stehen Bewegungen der Leitungen beim An- und Abfahren, Vibration, Witterung und Sonne, aggressive Luft im Chemiepark und Fahrzeuge auf den Werksstraßen.
Die GDV-Musterbedingungen für die Maschinenversicherung (AMB 2020) nehmen Schäden durch Abnutzung und korrosive Angriffe grundsätzlich vom Versicherungsschutz aus, mit Rückausnahmen; was gilt, steht im einzelnen Vertrag. Korrosion an Halterungen und Auflagern ist damit in der Regel Sache der Instandhaltung. Nach einem Anfahrschaden hält der Bericht den Zustand von Stütze, Rohr und Halterung mit Foto und Lage fest: für den Versicherer eine Dokumentation zur Vorlage und Abstimmung, deren Eignung als Nachweis wir vorab an seiner konkreten Anforderung klären (Inspektionsbericht Versicherung).
Belege: 11
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Was an Aufwand entfällt
Die Inspektion dauert Stunden statt Tage oder Wochen. Für die Sichtprüfung entfallen Hubsteiger und Gerüst über Werksstraßen und Gleisen, und niemand arbeitet dafür in der Höhe. Steht ein Stillstand an, reicht er für viele Anlagen.
Braucht eine Stelle danach eine Instandsetzung, stehen Hubsteiger oder Gerüst dort, wo der Bericht Rohr, Träger oder Halterung zeigt. Erst verschafft die Drohne den Überblick über die ganze Brücke, dann öffnet der Isolierer die Ummantelung und misst die Prüffirma gezielt an den Stellen, die der Bericht zeigt, statt auf ganzer Länge. Der Isolierer weiß vorher, welche Ummantelungen er öffnet, und der Gerüstbauer stellt nur an diesen Abschnitten auf; so planen Korrosionsschutzfirma und andere Industriedienstleister ihre Arbeiten aus dem Bericht heraus.