01
Was Ausmauerung und Schlagpanzer zusetzt
Der Hochofen wird oben an der Gicht mit Erz, Koks und Zuschlägen beschickt. Das Material prallt auf die Wand und reibt beim Absinken an der Ausmauerung.
Der Schlagpanzer, ein Ring aus Stahl- oder Gussplatten unter der Gicht, schützt die Ausmauerung vor diesem Aufprall. Die Platten verschleißen dabei selbst. Sie können sich verformen, brechen oder lösen. Dann leidet die Wand dahinter, und das Material verteilt sich nicht mehr gleichmäßig im Ofen.
Weiter unten greifen Kohlenmonoxid und Alkalien die Ausmauerung an, und es bilden sich Ansätze.
Belege: 4, 6, 7, 13, 14
02
Wer zuständig ist und was vor dem Einstieg gilt
Gefährdungsbeurteilung, Absperrung und Erlaubnisschein liegen beim Betreiber. Die Branchenregel der Unfallversicherung behandelt Hochofenbetriebe in einem eigenen Kapitel.
Bevor jemand den Ofen befährt, wird er gasdicht von Wind- und Gasleitung getrennt, denn im Ofen droht Kohlenmonoxid. Bei Betriebsstörungen können sich explosionsfähige Gasgemische bilden. Arbeiten an Hochöfen und in engen Räumen gelten als gefährliche Arbeiten mit Erlaubnisschein, darin unter Umständen auch das Ergebnis des Freimessens. Für Arbeiten an feuerfesten Auskleidungen gilt eine eigene Regel.
Die DGUV Regel 109-601, die die BGHM für Hüttenwerke bereitstellt, betont, dass gefährliche Arbeiten oft Instandhaltungsarbeiten sind; bei Fremdfirmen unterschreibt auch deren Verantwortlicher den Erlaubnisschein. Die DGUV Information 209-015 zur Instandhaltung, ebenfalls aus dem Fachbereich Holz und Metall, empfiehlt zu prüfen, ob sich Arbeit in engen Räumen vermeiden lässt, und nennt Kameratechnik als Beispiel. Wie die Aufnahme des Ofens ohne Einstieg abläuft, zeigt Befahren vermeiden.
Der Inspektionsbericht ersetzt weder den Erlaubnisschein noch eine Prüfung. Er liefert Bild und Geometrie für diese Schritte.
Belege: 1, 3, 18
03
Wie der Ofen klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Von innen sehen kann man die Wand nur, wenn der Ofen niedergeblasen und leer ist. Klassisch steigen dann Fachleute ein, für Reparaturen auch auf Gerüsten.
Ein Laserprofil, verglichen mit den Konstruktionsmaßen oder einer früheren Aufnahme, zeigt, wo die Ausmauerung abgetragen ist. Die LiDAR-Punktwolke der Drohne liefert eine solche Aufnahme gleich mit.
Die Drohne nimmt Ausmauerung und Schlagpanzerring ohne Einstieg und ohne Gerüst auf: Bild, Lage jedes Befunds (der Abschnitt der Ausmauerung, in dem er sitzt), Punktwolke. Die Aufnahme dauert Stunden statt Tage oder Wochen. Die Wanddicke misst die Drohne nicht direkt; Bewertung und Reparaturumfang legen Betreiber und Feuerfestbauer fest.
Belege: 9, 10, 11, 15, 16, 17
04
Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme den Stillstand stützt
Verschlissene Bereiche der Ausmauerung werden im Stillstand mit Feuerfestmasse ausgespritzt, oft per Roboter von oben. Schlagpanzerplatten oder ganze Segmente werden ersetzt. Am Ende der Ofenreise wird der ganze Ofen neu zugestellt.
Häufige Stillstände verkürzen die Ofenreise. Wer zu Beginn weiß, wo Wand und Platten verschlissen sind, kann den Reparaturumfang gezielt festlegen. Der Feuerfestbauer sieht vorab, wo die Wand abgetragen und welche Schlagpanzerplatten verschlissen sind, und kann Spritzmasse und Ersatzsegmente danach einplanen (Drohneninspektion für Industriedienstleister).
Das Stahlinstitut VDEh beschreibt, dass Anlagen der Stahlindustrie oft an der Auslastungsgrenze laufen. Daraus folgt für den Verband der Bedarf, den Zustand kritischer Bauteile möglichst genau zu ermitteln und in die Instandhaltungsstrategie einfließen zu lassen. Der VDEh denkt dabei an Zustandsüberwachung im Betrieb; die Aufnahme von innen ist ein Baustein, der nur im Stillstand möglich ist.
Eine zweite Aufnahme nach dem Spritzen zeigt, ob der Auftrag überall angekommen ist. Aufnahmen über die Ofenreise machen den Verschleiß vergleichbar.
Belege: 5, 8, 9, 10, 12, 19