01
Was der Feuerfestauskleidung zusetzt
Die Auskleidung schützt den Ofen gegen Hitze und Belastung im Betrieb. Sie verschleißt dabei selbst. Fachbetriebe nennen als typische Schäden lokalen Verschleiß an hochbelasteten Stellen, Risse in der Auskleidung und Ausbrüche durch mechanische Belastung. Dazu kommen Anbackungen an der Wand und Ausbrüche am Türrahmen.
In diesem Projekt liegen die kritischen Stellen im Ofen an der Deckenauskleidung mit den Brenneröffnungen. Was sie bedeuten, bewerten Betreiber und Feuerfestbauer.
Belege: 4
02
Wer zuständig ist und was vor dem Befahren gilt
Zuständig ist der Betreiber. Die sicherheitstechnische Empfehlung für Industrieöfen mit Prozessgasatmosphäre, veröffentlicht von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), stuft die Innenräume als enge Räume ein. Vor dem Befahren erteilt der zuständige Vorgesetzte eine schriftliche Befahrerlaubnis, darin stehen die Gefahren und die Sicherheitsmaßnahmen.
Der Ofen wird abgestellt und gegen Wiedereinschalten gesichert, die Gaszufuhr lecksicher unterbrochen. Er muss abgekühlt sein, die Türen werden gegen Schließen gesichert, die Raumatmosphäre wird gemessen. Aus porösem Mauerwerk können noch lange nach dem Abstellen Gase in den Ofenraum gelangen. Eine Person außerhalb beobachtet die Person im Ofen ständig.
Die DGUV Regel 113-004 für Behälter, Silos und enge Räume empfiehlt außerdem zu prüfen, ob sich das Arbeiten im Raum vermeiden lässt, und nennt als Beispiel Inspektionen mittels Kameratechnik. Dasselbe verlangt die DGUV Information 209-015 zur Instandhaltung, die die BGHM fachlich betreut. Für einen Ofen, dessen Mauerwerk noch Gase abgeben kann, heißt das: Die Drohne nimmt den Ofenraum auf, von außen gesteuert, und eingestiegen wird erst zur Reparatur. Wie die Drohne den Einstieg in enge Räume erspart, zeigt die Seite Befahren vermeiden, die Schriften im Überblick unter Regelwerk Inspektion. Der Inspektionsbericht ist keine Befahrerlaubnis und keine Prüfung. Er liefert Bild und Lage für diese Schritte, also den Abschnitt des Ofens, in dem die Stelle sitzt.
Belege: 1, 2, 7
03
Wie der Ofen klassisch geprüft wird – und was die Drohne beiträgt
Im Betrieb lassen sich mögliche Hot-Spots sondieren. Den Zustand der Auskleidung bewerten Fachleute im Stillstand visuell von innen, dokumentieren Schäden und schätzen den Reparaturbedarf ab. Die Restwandstärke ermitteln Ultraschall oder Laser. Klassisch befährt dafür Personal den Ofen, für den Blick aus der Nähe an Decke und oberen Wänden auf einem Gerüst.
Die Drohne nimmt Wände, Decke und Sohle auf, ohne Gerüst: Fotos mit Aufnahmeposition, Wärmebildspur und Punktwolke. Die Aufnahme eines Ofens dauert Stunden statt Tage oder Wochen. So lässt sich ein geplanter Stillstand optimal nutzen, auch für mehrere Öfen oder angrenzende Bereiche der Halle.
Für die Inspektion steigt niemand ein, deshalb entfällt das Freimessen für Personen (mehr dazu); vor einer späteren Reparatur im Ofen bleibt es. Die Elios 3 ist nicht ATEX-zertifiziert: Ist ein Ex-Bereich nicht auszuschließen, etwa durch Gase aus dem Mauerwerk, klärt der Betreiber vorab, ob die Drohne fliegen darf. Die Wandstärke misst die Drohne nicht, sie zeigt, wo sich die Messung lohnt.
Belege: 3, 4, 5, 6
04
Wie instand gesetzt wird – und warum die Aufnahme den Stillstand stützt
Nicht jeder Schaden erfordert eine komplette Neuzustellung. Je nach Schadensart und Umfang wählen Feuerfestbauer das Verfahren: Steinaustausch, Gießreparatur, Torkretieren oder Heißreparatur. Das Konzept berücksichtigt die Standzeit der umliegenden Auskleidung und die nächste geplante Revision.
Wer zu Beginn des Stillstands weiß, wo die kritischen Stellen liegen, plant Gerüst, Material und Fachfirma gezielt für diese Stellen, nicht vorsorglich für den ganzen Ofen: Gerüst nur dort, wo es gebraucht wird. So wird der Arbeitsumfang für Feuerfestbauer und andere Industriedienstleister vor dem Stillstand planbar. Für die Reparatur selbst gilt die Befahrerlaubnis weiter. Eine Aufnahme nach der Reparatur zeigt, was erledigt ist; spätere Aufnahmen machen Veränderungen vergleichbar.
Belege: 4, 3