Thermografie ist in der Instandhaltung ein etabliertes Verfahren, um Auffälligkeiten an Maschinen, Leitungen und elektrischen Anlagen zu finden, bevor sie zum Ausfall werden. Dafür gibt es eigene Regelwerke, etwa VDI 2878 zur Thermografie in der Instandhaltung, DIN EN 16714 zur thermografischen Prüfung und für elektrische Anlagen die Richtlinie VdS 2858. Die Richtlinie VdS 2858 stammt von der VdS Schadenverhütung, der Fachorganisation der Sachversicherer. Ein datiertes Wärmebild hält fest, wie eine Anlage vor einem möglichen Schaden aussah. Ob Ihr Versicherer es als Nachweis annimmt, stimmen wir vorher an seiner Anforderung ab, mehr unter Inspektionsbericht Versicherung. Weitere Schriften sammelt die Übersicht Regelwerk Inspektion.
In der Praxis entstehen die Wärmebilder oft dort, wo man schlecht hinkommt: unter hohen Hallendecken, an Rohrbrücken, in Kesselhäusern. Viele Leuchtenbänder sehen im Wärmebild gleich aus. Ohne Farbfoto, Position und Abschnitt bleibt offen, welches gemeint ist. Ohne Angaben zum Emissionsgrad und zum Abstand bleibt offen, wie belastbar die Farbe ist. Und wer die Stelle nachprüfen will, braucht wieder einen Hubsteiger. Die DGUV zählt Absturz zu den tödlichsten Unfallgefahren und schreibt, dass sich mit Drohnen riskante Arbeitseinsätze vermeiden lassen (Quelle). Die britische Arbeitsschutzbehörde Health and Safety Executive (HSE) rät, Arbeit in der Höhe zu vermeiden, wo das zumutbar ist, und so viel wie möglich vom Boden aus zu erledigen (Quelle). Für die Aufnahme muss niemand unter die Decke – Befahren und Absturz vermeiden.